Wärmedämmverbundsysteme

EPS, Mineralwolle, Holzfaser - die Möglichkeiten der Fassadendämmung sind vielfältig. Doch wo liegen die Vorteile der einzelnen Systeme und für welchen Anwendungsbereich sind sie besonders geeignet? Eine Übersicht verschafft Klarheit:

Allgemein

Vor dem Hintergrund steigender Energiepreise, der CO2-Diskussion und der Anforderungen durch die Energieeinsparverordnung (EnEV) kommt die Wärmedämmung von Gebäuden eine stetig wachsende Bedeutung zu. Wie die Praxis zeigt, sorgt sorgt eine Fassadendämmung bei Neu- wie bei Altbauten für den effizientesten Wärmeschutz.
Eine an der Außenseite eines Gebäudes angebrachte Dämmung hält die Wärme im Haus. Die Wände können die Raumwärme aufnehmen, sodass die Wärmespeicherfähigkeit des Mauerwerks umfassend genutzt wird. Bis zu 40% der Heizenergie lassen sich auf diese Weise einsparen.
Ganz gleich ob es um einen Neubau oder die energetische Sanierung von Altbauten geht: Die Möglichkeiten der Fassadendämmung sind vielfältig und verlangen umfangreiches Hintergrundwissen. Was für Systeme gibt es und für welchen Anwendungsbereich sind sie besonders geeignet? Welche Dämmlösungen sind mit Blick auf die Leistungsfähigkeit, die Funktionalität, und den Werterhalt eines Gebäudes zu bevorzugen? Nicht zuletzt stellt sich die Frage nach der passenden Oberflächenbeschichtung. Und schon bei der Planung des Rohbaus sollten hinsichtlich des Wärmeschutzes diverse Faktoren beachtet werden.

Wir beraten Sie umfassend, wenn Sie den Entschluss zum Einbau eines Wärmedämmverbund-Systems treffen.

Wärmedämmende Funktion des Mauerwerks

Laut der am 1. Oktober in Kraft getretenen EnEV 2009 darf ein neu gebautes Haus im Jahr nicht mehr als 5 Liter Heizöl pro Quadratmeter verbrauchen.
Zwecks Erfüllung dieser Vorgaben kann bereits das Mauerwerk durch die Verwendung innovativer Wandbaustoffe eine wichtige wärmedämmende Funktion übernehmen. Moderne, hochwärmedämmende Mauersteine aus Poren- oder Leichtbeton zeichnen sich durch eine geringe Rohdichte und eine spezielle Lochgeometrie aus. Sie verfügen über einen Wärmeleitwert von 0,16 W/mK bis 0,09 W/mK und bieten daher eine deutlich höhere Dämmleistung als massive Baustoffe wie etwa Voll- oder Hochklinker, deren Wärmeleitwert bei bis zu 1,40 W/mK liegt.

Darüber hinaus spielt die Raumverteilung eine wichtige Rolle. Räume mit großem Wärmebedarf, wie zum Beispiel das Bad oder das Wohnzimmer, gehören in das Hausinnere bzw. an die Südseite des Hauses.
Dagegen können Räume mit einer niedrigeren Durchschnittstemperatur am Rand bzw. an der Nordseite angeordnet werden.

Ergänzt durch eine hochleistungsfähige Fassadendämmung lässt sich auf diese Weise ein Verbrauch von 5 Litern ohne weiteres unterschreiten.
Mit dem entsprechenden Dämmstoff können Neu- wie auch Altbauten sogar auf Passivhaus-Niveau gebracht werden, was einem Energiebedarf von 1,5 Litern Heizöl pro Quadratmeter entspricht.
Die leistungsfähigste Dämmung für die Fassade bietet dabei immer noch das Wärmedämm-Verbundsystem.

Wärmedämm-Verbundsysteme

Wie bei anderen Dämmmaßnahmen ist es bei einem Wärmedämm-Verbundsystem ganz entscheidend, dass die einzelnen Bestandteile perfekt aufeinander abgestimmt sind. Andernfalls ist mit einer eingeschränkten Leistungsfähigkeit und unter Umständen sogar mit Bauschäden zu rechnen.
Grundsätzlich setzt sich jedes WDV-System aus den folgenden Komponenten zusammen: einem Klebemörtel zur Befestigung des Dämmstoffs auf dem Mauerwerk, dem Dämmstoff selbst, einer Armierungsschicht sowie einem Oberputz.

EPS-Systeme






WDV-Systeme auf Basis von EPS bzw. expandiertem Polystyrol-Hartschaum sind prädestiniert für eine preisgünstige aber dennoch leistungsstarke Fassadendämmung von Alt- und Neubauten. Abhängig von der verwendeten Dämmplatte verfügen EPS-Systeme über einen Wärmeleitwert zwischen 0,040 W/mK bis 0,032 W/mK.

Vollmineralische Systeme

Vollmineralische WDV-Systeme eignen sich vor allem für Alt- und Neubauprojekte, bei denen wirkungsvoller Wärmeschutz mit einer nachhaltig-ökologischen Bauweise einhergehen soll. Alle Komponenten dieser Systeme setzen sich aus natürlichen, mineralischen Rohstoffen zusammen. Die Dämmplatten bestehen aus Mineralwolle.
Vorteile eines vollmineralischen Systems gegenüber EPS-Systemen sind die deutlich besseren Diffusionseigenschaften und ihrer Zugegörigkeit zur Baustoffklasse A1 und sind dementsprechend nicht brennbar. Außerdem sorgen sie für einen optimalen Feuchteschutz und eine extrem schnelle Bauaustrocknung.
Mineralwolle-Dämmplatten verfügen über einen Wärmeleitwert, der zwischen 0,041 W/mK und 0,035 W/mK liegt.